Magic of the Dance
Interview mit Tanja Szewczenko
vom 17.02.2001

 

Tanja Szewczenko, die beste deutsche Eiskunstläuferin aller Zeiten, die erste Sportlerin, die sieben Dreifach-Sprünge stand und im zarten Alter von
14 Jahren Katharina Witt schlug, ist als "Special Guest" in der irischen Erfolgsproduktion "Magic of the Dance" dabei.

FRAGE: Tanja Szewczenko kannte man bisher nur als Eiskunstlaufstar, nicht jedoch als Tänzerin. Was war der auslösende Moment, sich dem Tanz zuzuwenden?

ANTWORT: Ich habe ja eine sehr intensive Ballettausbildung genossen und deshalb ist mir das Ganze nicht fremd. Auch auf dem Eis erarbeite ich Choreographien und muß Schritte lernen.

FRAGE: Wie kam es zu ihrem Engagement bei der irischen Stepptanzshow "Magic of the Dance"?

ANTWORT: Ich war zufällig Gast bei der Berliner Premiere von "Magic of the Dance". Nach der Show waren wir noch mit dem Produzenten zum Essen und irgendwann in später Stunde hat er mich gefragt, ob ich mir nicht vorstellen könne, auch ohne Schlittschuhe zu tanzen. Ich dachte mir, warum eigentlich nicht? Ich hatte allerdings nicht erwartet, dass aus dieser Idee wirklich etwas wird. Aber nach einigen Gesprächen begann ich dann im Dezember mit den Proben. Zuerst sollte ich nur einige Termine zwischen Weihnachten und Neujahr mitmachen. Das lief aber alles so gut, also bekam ich das Angebot, fest einzusteigen. 

FRAGE: Wie sieht Ihre Rolle bei "Magic of the Dance" aus?

ANTWORT: Ich mache die Opening-Nummer, ein Ballett-Solo, und in der zweiten Hälfte tanze ich ein Duett à la Fred Astaire und Ginger Rogers.

FRAGE: Was ist Ihre größte tänzerische Herausforderung bei "Magic of the Dance"?

ANTWORT: Ganz klar Steppen zu lernen. Auf der einen Seite lerne ich die Grundschritte, auf der anderen Seite entwickeln wir gleichzeitig die Choreographie für die Show ständig weiter. Auf dem Eis steht ja mehr das Gleiten im Vordergrund. Beim Steppen dagegen kommt es darauf an, locker in den Beinen zu sein. Ich möchte mich weiterentwickeln und Neues lernen. Gerade Steppen fasziniert mich sehr. Schon als Kind habe ich mit meinem Opa die alten Stepptanz-Filme gesehen und geliebt. Schon damals hatte ich den Wunsch, etwas in dieser Richtung zu machen.

FRAGE: Wie ist die Atmosphäre im "Magic of the Dance "- Ensemble? War es schwer für Sie, als "die Neue" akzeptiert zu werden?

ANTWORT: Die Atmosphäre ist sehr gut. Auf der einen Seite arbeiten alle sehr professionell und hart. Auf der anderen Seite kommt es mir vor, wie eine große Familie. Alle sind sehr herzlich, und ich habe in der kurzen Zeit schon eine Menge neuer Freunde und Freundinnen gefunden. Alle haben mir direkt von Anfang das Gefühle gegeben, ein vollwertiges Mitglied der Truppe zu sein.

FRAGE: Wie oft haben Sie früher trainiert? Wie bereiten Sie sich heute auf Ihre Auftritte bei "Magic of the Dance" vor?

ANTWORT: Früher habe ich sechsmal die Woche um die fünf Stunden trainiert: Krafttraining, Eistraining, Ballett, Kondition und Trampolin. Oft kam dann noch Choreographieunterricht dazu, dann waren es häufig sogar sechs oder sieben Stunden. So wie es die Zeit erlaubt, arbeiten wir vor der Show in der Halle und üben Stepptanz, daneben trainiere ich noch täglich in meinem Hotel, und wenn es sein muss auch auf dem Flughafen in der Abflughalle.

FRAGE: Wie sieht der Alltag hinter den Kulissen dieser erfolgreichen Stepptanzshow aus?

ANTWORT: Es gibt einen festen Rhythmus. Wir steigen morgens in den Bus, fahren zum nächsten Auftrittsort, dort folgen dann die üblichen Rituale: Soundcheck, Bühnenprobe, dann Stepptanz-Training. Gegen halb acht ist gemeinsames Warm-Up. Um acht beginnt dann die Show, gegen Mitternacht geht es ins Hotel und am nächsten Tag beginnt alles wieder von vorne. Trotzdem macht es sehr viel Spaß. Alle sind mit sehr viel Enthusiasmus bei der Sache.

FRAGE: Können Sie sich vorstellen, über einen längeren Zeitraum auf der Bühne zu stehen und zu tanzen?

ANTWORT: Das kann ich mir sehr gut vorstellen. Alles was mit Musik und Tanz, mit künstlerischem Ausdruck zu tun hat, fand ich schon immer faszinierend. Im Prinzip geht es ja auch beim Eiskunstlauf um nichts anderes.

FRAGE: Was ist das für ein Gefühl, wenn man die Schlittschuhe gegen Tanzschuhe eingetauscht hat?

ANTWORT: Das ist ein bisschen wie Schokoladen- und Vanille-Eis: Wenn man immer nur Schokoladeneis gegessen hat, ist man ungeheuer neugierig darauf, wie die anderen Sorten schmecken. Insofern ist der Unterschied gar nicht so groß. Eiscreme ist eben immer lecker.

 

Dieses Interview wurde mir freundlicherweise von Star Entertainment zur Verfügung gestellt.

Die offizielle Seite von Magic of the Dance: http://www.magicofthedance.com

Magic of the Dance (VHS)

Magic of the Dance (DVD - Region 2)

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